Tornado in Hambrücken

 

Bäume liegen auf der Strasse. Straßenlaternen knicken um wie Streichhölzer. Ziegel werden von den Dächern gerissen. Hagel und regen schlägt mit einem tosenden Wind gegen die Fensterscheiben. Spielgeräte und Fahrräder werden durch die Luft gewirbelt.

Dies alles hört sich sehr dramatisch an und es gleicht Bildern und Nachrichten die man nur aus dem Fernsehen kennt. Doch dieses Ereignis, man kann es kaum glauben, trug sich in unserem kleinem Dorf  Hambrücken am 22. Juli 2006 zu. Augenzeugenberichten zufolge, war es während eines Starkregens zu einem sehr kräftigem Sturm mit einsetzendem Hagel gekommen.

Wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte, kam es dabei zu Windgeschwindigkeiten von mehr als 100 Stundenkilometern.

Der Tornado zog von Nordwest nach Südwest eine rund 800 Meter breite Schneise durch unseren Ort. Dabei wurden zahlreiche Dächer abgedeckt und alleine im Wohngebiet 16 Bäume entwurzelt.

Gegen 15.00 Uhr am Samstagnachmittag wurde die Freiwillige Feuerwehr Hambrücken mit dem Alarmstichwort Baum über Strasse zur Kreisstrasse 3525 am Ortsausgang Richtung Neudorf gerufen. Als die Einsatzkräfte, die mit einem Fahrzeug ausgerückt war, am Einsatzort eintrafen, zeigte sich ihnen ein Bild der Verwüstung. Es war nicht nur ein Baum sondern viele Bäume die die Kreistrasse unter sich begruben. Mehrere Laternen am Straßenrand waren umgekickt wie Streichhölzer. Die Hambrücker Grillhütte wurde von den umstürzenden Bäumen dem Erdboden gleich gemacht. Auch zwei PKW die beim Walderhohlungspark abgestellt waren trugen erhebliche Schäden davon.

Sofort war klar, dass man diese Katastrophe nicht alleine bewältigen konnte. Somit ließ Kommandant Klaus Scheuermann sofort weitere Kräfte aus Forst und Wiesental in Marsch setzen. Auf der K 3525 kämpften sich die Einsatzkräfte aus Neudorf zu den Einsatzkräften aus Hambrücken durch.

Die umgebogenen Straßenlaternen mussten, nachdem sie von der ENBW freigegeben wurden, mit Hilfe von Trennschleifern abgetrennt werden. Die rund 100 betroffenen Häuser die durch abgedeckte Ziegel und eingeschlagene Dachfenster sehr stark in Mitleidenschaft gezogen wurden, mussten gegen die Witterung provisorisch wieder abgedichtet werden.

Hierzu forderte man die Drehleiterfahrzeuge aus Bruchsal, Linkenheim - Hochstetten, Wiesental sowie der Teleskopmast der Feuerwehr Eggenstein - Leopoldshafen nach.

Gleichzeitig gingen immer mehr Meldungen über voll gelaufene Keller bei der Einsatzleitung ein, die nach und nach durch die Einsatzkräfte ausgepumpt wurden.

Mit Hilfe eines Polizeihubschraubers aus Göttingen konnte man sich ein Bild über das gesamte Ausmaß der Naturkatastrophe machen.

Durch eine wunderbar funktionierende Nachbarschaftshilfe und sehr engagierte, hilfsbereite Mitbürger konnten die Einsatzkräfte etwas entlastet werden.

Ein 38 jähriger Mann, der seinen Nachbarn helfen wollte, verletzte sich beim Sturz vom Hausdach schwer und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Insgesamt mussten die 100 freiwilligen Feuerwehrleute 53 Einsätze bewältigen und die letzten Einsatzkräfte konnten erst nach 21.00 Uhr wieder einrücken.

Die Einsatzleitung um Kommandant Klaus Scheuermann wurde von Bürgermeister Thomas Ackermann und Kreisbrandmeister Thomas Hauck unterstützt.

Selbst Landesbranddirektor Hermann Schroeder wollte sich vor Ort ein Bild über die Ausmaße machen.

Von der Polizeibehörde waren insgesamt 12 Beamte im Einsatz.

Gemeindeoberhaupt Thomas Ackermann lobte die großartige Zusammenarbeit zwischen so vielen verschiedenen Feuerwehren.

 

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